PKV für IT-Freelancer: Die 7 Todsünden vermeiden

Private Krankenversicherung im Alter ist kein Beitragsproblem - es ist ein Einnahmeproblem. Die 7 kritischen Fehler die du als IT-Freelancer vermeiden musst.

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Die wichtigsten Erkenntnisse

7 Kernpunkte aus diesem Video

PKV im Alter ist kein Beitragsproblem - es ist ein Einnahmeproblem. Die beste PKV bringt nichts, wenn du sie dir nicht mehr leisten kannst.

Weltweiter Schutz ist für IT-Freelancer kritisch: Achte darauf, dass Länder wie USA, Schweiz, Kanada abgedeckt sind - und zwar wohnortsunabhängig, nicht nur zeitlich begrenzt.

Mit Familie wird PKV teuer: Jedes Familienmitglied braucht einen eigenen Vertrag. Rechne mit 1.000-1.500 € monatlich für eine vierköpfige Familie.

Plane 3-5% Beitragssteigerung pro Jahr ein: Deine 450 € heute sind in 20 Jahren 900-1.200 €. Kannst du dir das auch ohne aktives Einkommen leisten?

Berufsunfähigkeitsversicherung ist Pflicht: Sie muss auch deine PKV-Beiträge abdecken. PKV ohne BU ist fahrlässig als Freelancer.

Der Rückweg zur GKV ist nach 55 faktisch unmöglich: Die PKV-Entscheidung ist eine fürs Leben. Überleg zweimal.

Such dir einen Berater, der IT-Freelancer versteht: Standard-Versicherungsberater kennen dein Business-Modell nicht.

Zusammenfassung

PKV im Alter: Das echte Problem

PKV im Alter ist kein Beitragsproblem. PKV im Alter ist ein Einnahmeproblem.

Das ist die zentrale Aussage, die du dir merken musst. Immer wieder hörst du die gleichen vier Punkte: Im Alter unbezahlbar, mit Familie unattraktiv, Beiträge die ständig steigen, kein Wechsel zurück möglich.

Aber lass uns ehrlich sein: Die beste PKV bringt dir nichts, wenn du sie im Alter oder bei Berufsunfähigkeit nicht mehr bezahlen kannst. Gar nichts.

Die drei Grundvoraussetzungen für die PKV

Wenn du in die PKV willst, musst du drei Sachen können:

  1. Wissen, welcher Tarif der richtige ist
  2. Eine gewisse Solvenz nachweisen
  3. Einen gewissen Gesundheitszustand nachweisen

Klingt simpel. Ist es aber nicht. Besonders für IT-Freelancer gibt es spezifische Fallstricke.

Die 7 Todsünden in der PKV für Freelancer

Pascal, PKV-Spezialist seit 2018 und selbst aus einem gesetzlich versicherten Haushalt, hat die sieben kritischsten Fehler aufgearbeitet. Diese Punkte unterscheiden sich fundamental von dem, was Festangestellte beachten müssen.

Todsünde 1: Nur auf den Beitrag schauen

Der günstigste Tarif ist nicht der beste Tarif. Als Freelancer hast du andere Risiken als ein Festangestellter:

  • Einkommensschwankungen: Was passiert bei schlechter Auftragslage?
  • Berufsunfähigkeit: Wer zahlt dann?
  • Alterssicherung: Hast du die Beiträge im Alter eingeplant?

Die Frage ist nicht "Was kostet es jetzt?", sondern "Kann ich das in 20 Jahren noch bezahlen?"

Todsünde 2: Weltweiten Schutz unterschätzen

Als IT-Freelancer arbeitest du möglicherweise remote - weltweit. Die meisten PKV-Tarife decken das nicht ab.

Worauf du achten musst:

  • Länder mit hohen Kosten: Schweiz, USA, Kanada sind oft ausgeschlossen
  • Zeitliche Begrenzung: Viele Tarife gelten nur die ersten x Monate im Ausland
  • Wohnortsunabhängigkeit: Der Tarif muss auch bei dauerhaftem Auslandsaufenthalt greifen

Beispiel: Wenn du dich entscheidest, dauerhaft in Lissabon oder Bangkok zu arbeiten, sollte deine PKV das abdecken. Nicht nur für den ersten Urlaub.

Todsünde 3: Die Familie nicht mitdenken

Mit Familie wird die PKV komplex. Jedes Familienmitglied braucht einen eigenen Vertrag. Jeder Vertrag kostet.

Im Gegensatz zur GKV, wo Kinder und nicht verdienender Partner kostenfrei mitversichert sind, zahlst du in der PKV für jeden einzeln.

Rechenbeispiel:

  • Du: 450 €/Monat
  • Partner: 400 €/Monat
  • 2 Kinder: je 200 €/Monat
  • Gesamt: 1.250 €/Monat

Das sind 15.000 € im Jahr. Aus dem Netto. Hast du das einkalkuliert?

Todsünde 4: Gesundheitsprüfung unterschätzen

Die Gesundheitsprüfung entscheidet über Aufnahme und Konditionen. Jede Vorerkrankung kann zu:

  • Risikozuschlägen führen
  • Leistungsausschlüssen führen
  • Kompletter Ablehnung führen

Als Freelancer mit typischen "Schreibtisch-Leiden" (Rücken, Augen, Stress) kann das kritisch werden.

Wichtig: Beantrage die PKV VOR dem ersten Arztbesuch wegen chronischer Probleme.

Todsünde 5: Keine Einnahmen-Absicherung

Das zentrale Problem: Was bringt dir die beste PKV, wenn du sie nicht mehr bezahlen kannst?

Du brauchst:

  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Die auch die PKV-Beiträge abdeckt
  • Liquiditätsreserven: Mindestens 6 Monate PKV-Beiträge als Puffer
  • Passive Einkommensströme: Im Idealfall

PKV ohne BU ist wie Code ohne Tests - funktioniert, bis es nicht mehr funktioniert.

Todsünde 6: Beitragssteigerungen ignorieren

Beiträge steigen. Immer. Das ist systemimmanent.

Warum?

  • Medizinischer Fortschritt wird teurer
  • Du wirst älter (höheres Risiko)
  • Inflation

Plane mit 3-5% Steigerung pro Jahr. Deine 450 € heute sind in 20 Jahren ca. 900-1.200 €.

Kannst du dir das leisten? Auch wenn du nicht mehr aktiv arbeitest?

Todsünde 7: Den falschen Berater wählen

Die meisten Versicherungsberater verstehen dein Business nicht. Sie kennen:

  • Keine Einkommensschwankungen
  • Kein projektbasiertes Arbeiten
  • Keine Remote-Arbeit
  • Keine Berufsunfähigkeits-Spezifika von IT-Freelancern

Du brauchst jemanden, der IT-Freelancer-spezifisch berät. Wie Pascal von Capsule, der sich auf "Techies" spezialisiert hat.

GKV vs. PKV: Der ehrliche Vergleich

Bevor du wechselst, solltest du wissen, worauf du dich einlässt:

GKV Vorteile:

  • Familienversicherung kostenlos
  • Beiträge einkommensabhängig (bei niedrigem Einkommen günstiger)
  • Keine Gesundheitsprüfung
  • Rückkehr theoretisch möglich (bis 55 Jahre, unter Bedingungen)

PKV Vorteile:

  • Bessere Leistungen (kürzere Wartezeiten, Chefarzt, Ein-Bett-Zimmer)
  • Bei hohem Einkommen oft günstiger als GKV
  • Beiträge unabhängig vom Einkommen
  • Weltweiter Schutz möglich (wenn richtig gewählt)

PKV Nachteile:

  • Jedes Familienmitglied kostet extra
  • Beiträge steigen im Alter
  • Gesundheitsprüfung bei Aufnahme
  • Rückkehr zur GKV extrem schwierig

Die Rückweg-Falle

Ein Wechsel zurück in die GKV ist nach 55 Jahren faktisch unmöglich. Davor nur unter sehr engen Bedingungen:

  • Festanstellung mit Einkommen unter Versicherungspflichtgrenze (2025: 69.300 €/Jahr)
  • Oder Einkommensausfall, der dich versicherungspflichtig macht

Als Freelancer mit schwankendem Einkommen theoretisch möglich, praktisch kompliziert.

Die Entscheidung für die PKV ist faktisch eine Entscheidung fürs Leben.

Pascal's Hintergrund und Spezialisierung

Pascal ist Versicherungsmakler und PKV-Spezialist seit 2018. Interessant: Er kommt selbst aus einem gesetzlich versicherten Haushalt - sein Opa hatte schlechte Erfahrungen mit der PKV gemacht.

Er kennt also beide Seiten. Auch die Vorurteile. Auch den Gegenwind von Familie und Freunden, wenn man über PKV spricht.

Sein Ansatz: Ärztehaus-Prinzip. Jeder macht nur das, was er wirklich kann. Er macht nur PKV. Nichts anderes.

Für Techies bedeutet das: Du sprichst mit jemandem, der dein Business-Modell versteht. Der weiß, was Remote-Arbeit bedeutet. Der die Einkommensschwankungen kennt. Der die spezifischen Risiken von IT-Freelancern einschätzen kann.

Die wichtigste Frage

Bevor du dich für eine PKV entscheidest, stell dir diese eine Frage:

"Kann ich mir diese PKV auch in 30 Jahren noch leisten - auch wenn ich nicht mehr arbeite?"

Wenn die Antwort "Ich weiß nicht" oder "Wahrscheinlich nicht" ist: Überdenke deine Strategie.

Die PKV ist ein Tool. Ein sehr mächtiges. Aber wie jedes Tool: Es muss zu deiner Situation passen. Zu deinem Business-Modell. Zu deiner langfristigen Planung.

Nicht andersherum.

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