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Vom Entwickler zum Unternehmer: Golos Weg
Golo Roden erklärt, warum Erfolg nichts mit Code zu tun hat. Wie du vom Techie zum erfolgreichen IT-Unternehmer wirst – ohne deine technische Leidenschaft zu verlieren.
Die wichtigsten Erkenntnisse
7 Kernpunkte aus diesem Video
Der Rollenwechsel vom Entwickler zum Geschäftsführer ist mental herausfordernd – unsichtbare Arbeit wie Kommunikation und Organisation ist genauso wertvoll wie Code
Technologie ist nur Mittel zum Zweck – der echte Wert liegt im fachlichen Verständnis der Kundendomain (Domain Driven Design)
Sichtbarkeit durch Content und Community ist der nachhaltigste Weg zur Kundengewinnung, braucht aber Zeit und Geduld – kein Sprint, sondern Marathon
Skalierbare Geschäftsmodelle entstehen durch die Mischung aus Workshops, Beratung und projektbegleitender Beratung – nicht durch reine Projektarbeit
95% der IT-Freelancer werden nie zu echten Unternehmern, weil sie im Technologie-Mindset steckenbleiben statt Business-Fokus zu entwickeln
Erfolg braucht fundamentalen Mindset-Shift: Geschäftsfokus, Reflexion, Demut und Kommunikation sind wichtiger als die besten Programmierfähigkeiten
Work-Life-Balance ist eine bewusste Entscheidung – du musst dir klar sein, was dir wichtiger ist: maximaler Erfolg oder persönliches Glück
Zusammenfassung
Der Rollenwechsel: Wenn der Entwickler zum Geschäftsführer wird
Golo Roden ist vielen bekannt durch seinen YouTube-Kanal und the Native Web. Was viele nicht wissen: Der Weg vom passionierten Entwickler zum Geschäftsführer war für ihn alles andere als selbstverständlich.
"Ich wollte nie was anderes machen als Software entwickeln" – so beschreibt Golo seine ursprüngliche Motivation. Doch als er vor 13 Jahren gemeinsam mit seiner Frau the Native Web gründete, rutschte er "notgedrungen" in die Geschäftsführerrolle.
Die harte Wahrheit: Meetings statt Code
Die erste große Herausforderung? Der mentale Shift. Als die ersten Mitarbeiter kamen und das Unternehmen wuchs, änderte sich Golos Alltag dramatisch:
"Ich hatte den ganzen Tag gearbeitet, aber abends das Gefühl: außer in Meetings rumgesessen, mit Leuten telefoniert, fünf E-Mails geschrieben – absolut nichts zustande gebracht."
Dieses Gefühl kennen viele technische Gründer. Du arbeitest den ganzen Tag, aber es gibt kein fertiges Feature, keinen Code-Commit, nichts "Greifbares". Das war für Golo extrem schwierig, weil er das Gefühl hatte, alle anderen arbeiten produktiv, nur er trägt nichts bei.
Der Wendepunkt kam durch einen Kollegen, der ihm klarmachte: Die unsichtbare Arbeit – Kommunikation, Organisation, Team-Koordination – ist genauso wertvoll wie Code.
Technologie vs. Fachlichkeit: Was wirklich zählt
Hier wird es interessant. Golo hat eine klare Meinung entwickelt:
Technologie ist nur Mittel zum Zweck. Die eigentliche Herausforderung liegt in der Fachlichkeit, im Kundenverständnis, in der Domain.
Ein Beispiel: Du kannst der beste Cloud-Architekt sein, perfekten Code schreiben, CQRS und Event Sourcing im Schlaf implementieren. Aber wenn du die fachliche Domäne deines Kunden nicht verstehst, bringt dir die beste Technologie nichts.
Domain Driven Design als Game-Changer
Golo beschäftigt sich intensiv mit Domain Driven Design (DDD) – und das aus gutem Grund. DDD zwingt dich dazu, die Fachlichkeit in den Mittelpunkt zu stellen:
- Welches Problem löst du wirklich?
- Was sind die Business-Prozesse deines Kunden?
- Welche Sprache spricht die Domain?
Die besten technischen Lösungen entstehen aus tiefem fachlichem Verständnis – nicht aus der coolsten Tech-Stack-Kombination.
Sichtbarkeit: Der langfristige Weg zu Kunden
Wie gewinnt man Kunden ohne aggressive Kaltakquise? Golos Antwort: Content und Community.
the Native Web hat über Jahre hinweg einen YouTube-Kanal aufgebaut, Workshops gegeben, auf Konferenzen gesprochen. Das Ergebnis? Kunden kommen von selbst.
Aber – und das ist wichtig – das braucht Zeit und Geduld. Es ist kein Sprint, sondern ein Marathon:
- Regelmäßig wertvollen Content produzieren
- Eine Community aufbauen
- Als Experte sichtbar werden
- Vertrauen schaffen
"Sichtbarkeit ist ein langfristiger Prozess, der Beharrlichkeit und Ausdauer erfordert."
Die meisten IT-Freelancer scheitern genau hier. Sie wollen schnelle Ergebnisse, aber nachhaltige Kundengewinnung funktioniert anders.
Das Geschäftsmodell: Von Projektarbeit zu Beratung
the Native Web macht heute eine Mischung aus:
- Workshops – Wissenstransfer in kompakter Form
- Beratung – Strategische Unterstützung bei Architektur-Entscheidungen
- Projektbegleitende Beratung – Hands-on Support während der Umsetzung
Dieser Mix ist deutlich skalierbarer als reine Projektarbeit. Warum?
- Workshops lassen sich wiederholen und standardisieren
- Beratung hat höhere Stundensätze als Development
- Projektbegleitung nutzt deine Expertise ohne Vollzeit-Commitment
Das klassische "Wir entwickeln dein Projekt von A bis Z" ist oft der am schlechtesten skalierbare Ansatz.
Führung im Ehepartner-Modell
Ein interessanter Aspekt: Golo führt the Native Web gemeinsam mit seiner Frau. Das bringt eigene Herausforderungen:
- Klare Rollen definieren – Wer macht was?
- Trennung von Business und Privatleben – Nicht beim Frühstück über Quartalszahlen reden
- Gemeinsame Vision – Beide müssen die gleiche Richtung wollen
Aber es hat auch Vorteile: Du hast immer jemanden, der die gleiche Perspektive hat, der die gleichen Risiken trägt, der genauso investiert ist.
Fehlerkultur und Reflexion
Ein Punkt, den Golo betont: Aus Fehlern lernen ist essentiell.
Aber nicht einfach nur "Fail fast, fail often" als hohle Phrase. Sondern wirklich reflektieren:
- Was ist schiefgelaufen?
- Warum ist es schiefgelaufen?
- Was machen wir beim nächsten Mal anders?
Demut und die Bereitschaft zuzugeben "Das war Mist, das machen wir anders" sind Schlüssel zum langfristigen Erfolg.
Work-Life-Balance: Der lange Weg
Golo spricht offen darüber: Der Aufbau eines erfolgreichen IT-Unternehmens ist ein sehr langer Weg mit großem persönlichem Einsatz.
13+ Jahre hat es gedauert, the Native Web dorthin zu bringen, wo es heute steht. Das bedeutet:
- Lange Arbeitstage
- Verzicht auf Freizeit
- Persönliche Opfer
- Balance zwischen Familie, Arbeit und Leidenschaft
Die Frage, die du dir stellen musst: Was ist dir wichtiger – maximaler Erfolg oder persönliches Glück und Sinn?
Es gibt keine richtige Antwort. Aber du musst dir darüber klar sein, was du willst.
Die 95%-Regel: Warum die meisten Freelancer stagnieren
Hier die unbequeme Wahrheit: 95% der IT-Freelancer werden nie zu echten Unternehmern.
Sie bleiben im Hamsterrad der Projektarbeit stecken. Warum?
- Sie denken wie Entwickler, nicht wie Unternehmer
- Sie fokussieren sich auf Technologie statt auf Business
- Sie bauen keine Sichtbarkeit auf
- Sie skalieren nicht ihr Geschäftsmodell
- Sie vermeiden den unbequemen Rollenwechsel
Golos Weg zeigt: Es ist möglich, aber es erfordert einen fundamentalen Mindset-Shift. Du musst akzeptieren, dass dein Wert nicht mehr primär im Code liegt, sondern in deiner strategischen Denkweise, deiner Führung, deiner Vision.
Die Kernbotschaft: Erfolg hat nichts mit Code zu tun
Das mag hart klingen für jemanden, der leidenschaftlich gern entwickelt. Aber es ist die Realität:
Die besten Programmierfähigkeiten machen dich nicht zum erfolgreichen Unternehmer.
Was du brauchst:
- Geschäftsfokus – Verstehe, was Kunden wirklich brauchen
- Reflexion – Lerne aus Fehlern und passe an
- Demut – Akzeptiere, dass du nicht alles weißt
- Geduld – Erfolg braucht Zeit
- Kommunikation – Verkaufen bedeutet Zuhören, nicht Aufschwatzen
Golos Weg zeigt: Du musst deine technische Leidenschaft nicht aufgeben. Aber du musst verstehen, dass sie nur ein Teil des Puzzles ist – nicht das gesamte Bild.
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