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IT Dolmetscher: Warum Freelancer zwischen Welten vermitteln
16 Jahre IT-Freelancing: David zeigt, warum die Schnittstelle zwischen Business und IT dein größter Hebel ist. Keine Theorie, nur Praxis.
Die wichtigsten Erkenntnisse
7 Kernpunkte aus diesem Video
IT Dolmetscher sein bedeutet: Trade-offs zwischen fachlichen Anforderungen, technischen Möglichkeiten und rechtlichen Grundlagen finden - das wird massiv unterschätzt
Die drei Standbeine Projektmanagement, Business Analyse und Anforderungsmanagement bilden die perfekte Schnittstelle zwischen Business und IT
Personal Branding funktioniert nur mit klarer Positionierung - erst dann bringt Netzwerken wirklich was (56-57% der Aufträge kommen darüber)
Rezessionen und 2-3 Monate ohne Auftrag gehören dazu - 43% der Freelancer haben aktuell keine gesicherte Auslastung, das ist normal
Business-Skills sind Hard Skills: Stakeholder Management, Konzepte schreiben, rechtliche Grundlagen verstehen macht dich buchbar
Verantwortung kommt automatisch, wenn du an der richtigen Stelle gut bist - von Anforderungsmanagement bis Projektleitung
Wirtschaftsinformatik als Beispiel: Die Schnittstelle zwischen zwei Welten ist oft wertvoller als tiefe Spezialisierung in einer
Zusammenfassung
Die unterschätzte Superkraft: IT Dolmetscher sein
Du kannst Code schreiben. Du verstehst Architekturen. Aber kannst du auch erklären, warum ein Feature drei Monate Entwicklungszeit braucht - so dass es der Geschäftsführer versteht?
David Kaselow macht seit 16 Jahren genau das. Sein Slogan: IT Dolmetscher. Er übersetzt zwischen Business und IT. Und das ist kein Marketing-Gag, sondern der Kern seiner Positionierung.
Warum Wirtschaftsinformatik mehr als ein Kompromiss ist
David hat Wirtschaftsinformatik studiert - dual bei der Deutschen Post. Seine Begründung damals: "Ich wollte mich nicht entscheiden zwischen BWL und IT."
Was nach Unentschlossenheit klingt, wurde zu seinem größten Vorteil. Denn die Schnittstelle zwischen Business und IT ist da, wo die wirklichen Probleme liegen:
- "Warum ist es zu spät?" fragt das Business
- "Was will das Business schon wieder?" fragen die Entwickler
Deine Aufgabe als IT Dolmetscher: Dafür sorgen, dass der beste Trade-off gewählt wird aus fachlichen Anforderungen, technischen Möglichkeiten und rechtlichen Grundlagen.
Die drei Standbeine eines erfolgreichen IT-Freelancers
David hat sich auf drei Bereiche spezialisiert, die alle genau diese Brücke bilden:
1. Projektmanagement
Nicht nur Termine koordinieren. Sondern verstehen, was das Business will UND was die Entwickler brauchen.
2. Business Analyse
User Stories schreiben, Konzepte erstellen, Stakeholder Management. Alles Dinge, die stark unterschätzt werden.
3. Anforderungsmanagement
Vom Anforderungsmanagement (Was will das Business?) bis zum Test (Passt es wirklich zum Business?). Der komplette Kreis.
Das Muster: Es geht nie nur um Technik. Es geht immer um Übersetzung.
Von Unternehmensberatung zum Freelancer: Der Sprung
David startete klassisch: Studium, dann Unternehmensberatung. IT Consulting, moderne Themen, alle 2-3 Jahre neue Projekte.
Nach 1-2 Jahren kam die Chance, freiberuflich zu übernehmen. Er ist "so reingewachsen" - nicht mit Masterplan, sondern weil die Gelegenheit da war.
Wichtige Erkenntnis: Er hat sich an der Schnittstelle wohlgefühlt. Die Kunden haben ihm immer mehr Verantwortung übertragen. Von Anforderungsmanagement über Release Management und Testmanagement bis zur Projektleitung.
Heißt: Wenn du an der richtigen Stelle gut bist, kommt die Verantwortung automatisch.
Was "IT Dolmetscher" in der Praxis bedeutet
Das zieht sich durch die gesamte Arbeit:
- Neue Prozesse einführen? Du erklärst dem Business, warum. Und der IT, was das Business braucht.
- User Stories schreiben? Du übersetzt fachliche Anforderungen in technische Specs.
- Recht spielt rein? Du vermittelst zwischen Legal, Business und Entwicklung.
- Design spielt rein? Du koordinierst UX, Business-Anforderungen und technische Machbarkeit.
Das ist keine Zusatzaufgabe. Das IST die Aufgabe.
Personal Branding: Einzigartig durch deine Geschichte
David sagt es direkt: "Man hat eine persönliche Lebensgeschichte und ist dadurch einzigartig."
Neudeutsch: Personal Branding. Aber nicht als Marketing-Taktik, sondern als logische Konsequenz.
Seine Erkenntnis: Netzwerken alleine bringt nicht viel, wenn du nicht gut positioniert bist. Ab dem Moment, wo du gut positioniert bist, funktioniert Netzwerken.
Das deckt sich mit den aktuellen Zahlen: 56-57% der IT-Freelancer gewinnen ihre Aufträge über Netzwerke. Aber nur, wenn sie eine klare Positionierung haben.
16 Jahre Freelancing: Rezessionen überstehen
David hat mehrere Rezessionen durchgemacht. Seine Erfahrung: Auch mal 2-3 Monate ohne Auftrag.
Seine Reaktion damals: "Mich will keiner mehr buchen." Fast durchgedreht.
Das Ergebnis: Nach 2-3 Monaten kam doch ein neues Projekt.
Seine Learnings:
- Am Anfang ist es schlimm (Panik, Unsicherheit)
- Mit Erfahrung weißt du: Es kommt immer wieder was
- Aktuell (2024/2025): 43% der Freelancer haben keine gesicherte Auslastung - du bist nicht allein
Die unterschätzte Seite: Business-Skills statt nur Tech
Viele IT-Freelancer fokussieren sich nur auf ihre Tech-Skills. David zeigt: Die Business-Seite ist mindestens genauso wichtig.
Konkret heißt das:
- Stakeholder Management lernen
- Konzepte schreiben können
- Rechtliche Grundlagen verstehen
- Design-Entscheidungen nachvollziehen
Das sind keine "Soft Skills". Das sind Hard Skills, die dich buchbar machen.
Was du von 16 Jahren IT-Freelancing lernen kannst
Davids Karriere zeigt: Erfolg kommt nicht durch perfekte Technik allein. Erfolg kommt durch die Fähigkeit zu übersetzen.
Zwischen Business und IT. Zwischen fachlichen Anforderungen und technischen Möglichkeiten. Zwischen verschiedenen Stakeholdern.
Das ist keine theoretische Überlegung. Das ist deine tägliche Arbeit als IT-Freelancer - egal ob du Entwickler, DevOps oder Consultant bist.
Die Frage ist nur: Machst du es bewusst? Oder lässt du diesen Hebel liegen?
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