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VGSD Interview: Was der Verband für IT-Freelancer tut
Jörn vom VGSD erklärt, wie der Verband IT-Freelancer und Selbstständige unterstützt. Von Statusfeststellung bis Rente - das musst du wissen.
Die wichtigsten Erkenntnisse
7 Kernpunkte aus diesem Video
Der VGSD ist die zentrale Interessenvertretung für IT-Freelancer in Deutschland - bei Themen wie Scheinselbstständigkeit, Statusfeststellung und Rentenversicherungspflicht.
Jörn kombiniert technisches Verständnis (Mediengestalter), Selbstständigkeitserfahrung und politisches Insiderwissen (5 Jahre Landtagsabgeordneter) - perfekte Mischung für Lobbyarbeit.
Ohne Verbände wie den VGSD fallen Selbstständige durchs politische Raster - die Politik denkt primär in Kategorien 'Arbeitnehmer' und 'Arbeitgeber'.
VGSD-Mitglieder bekommen kostenlose Erstberatung, Rechtsschutzversicherung und Musterverträge - praktische Hilfe bei rechtlichen Fragen.
Statusfeststellung, Rentenversicherungspflicht und KSK-Abgabepflicht sind die drei größten rechtlichen Stolperfallen für IT-Freelancer.
Je mehr IT-Freelancer sich in Verbänden organisieren, desto stärker ist die politische Lobby - deine Stimme zählt.
Die BAGSV vernetzt verschiedene Selbstständigenverbände bundesweit und bündelt so politisches Gewicht gegenüber der Bundesregierung.
Zusammenfassung
Was ist der VGSD und warum sollte dich das interessieren?
Jörn ist Politikleiter beim Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V. (VGSD) und Generalsekretär bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverband (BAGSV). Im Interview erzählt er, wie er vom Mediengestalter über die Politik zum Landtagsabgeordneten wurde - und warum er jetzt als Lobbyist für Selbstständige kämpft.
Der VGSD ist DIE Interessenvertretung für Freelancer und Kleinunternehmer in Deutschland. Besonders für IT-Freelancer relevant: Themen wie Scheinselbstständigkeit, Statusfeststellung, Rentenversicherungspflicht und Künstlersozialkasse.
Jörns Weg: Von der Technik über die Politik zur Interessenvertretung
Jörn hat eine klassische technische Ausbildung gemacht - Mediengestalter in Bild und Ton. Er hat beim Fernsehen gearbeitet, ist dann aber in die Politik gewechselt. Er war Mitarbeiter bei bekannten FDP-Politikern wie Christian Lindner und Guido Westerwelle.
2013 machte er den Sprung in die Selbstständigkeit - als Trainer und Vertriebsmanager für größere Handelskonzerne. 2017 wurde er dann Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Fünf Jahre lang saß er im Wirtschaftsausschuss und in einer Enquete-Kommission zur digitalen Arbeitswelt.
"Das ist nicht wie eine Karriere in der Behörde, wo du schon weißt, was der nächste Step ist. Ich habe meinen Hut in den Ring geworfen und war der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort."
Diese Mischung aus technischem Verständnis, Selbstständigkeitserfahrung und politischem Insiderwissen macht ihn zum perfekten Anwalt für IT-Freelancer.
Die wichtigsten Themen für IT-Freelancer aus politischer Sicht
Scheinselbstständigkeit und Statusfeststellung
Das Damoklesschwert über jedem IT-Freelancer. Die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung prüft, ob du wirklich selbstständig bist oder eigentlich ein verdeckter Angestellter.
Der VGSD setzt sich dafür ein, dass:
- Die Kriterien klarer werden
- Die Prüfverfahren fairer ablaufen
- Freelancer nicht jahrelang in Unsicherheit leben müssen
Rentenversicherungspflicht
Viele IT-Freelancer sind von der Rentenversicherungspflicht für Selbstständige betroffen. Der VGSD kämpft für:
- Wahlfreiheit bei der Altersvorsorge
- Faire Beitragsbemessung
- Keine Zwangsversicherung in der gesetzlichen Rente
Künstlersozialkasse (KSK)
Auch wenn du kein "klassischer Künstler" bist - als Designer, UX/UI-Experte oder Content Creator im IT-Bereich kannst du KSK-versicherungspflichtig sein. Der VGSD berät zu:
- Wer ist abgabepflichtig?
- Wie funktioniert die KSK-Meldung?
- Was passiert bei Prüfungen?
Digitale Arbeitswelt und Plattformökonomie
Jörns Erfahrung aus der Enquete-Kommission fließt direkt in die Verbandsarbeit ein. Themen:
- Wie verändert sich die Arbeitswelt durch Digitalisierung?
- Welche Regelungen brauchen Plattform-Freelancer?
- Wie schützen wir Selbstständige vor unfairen Plattformbedingungen?
Was der VGSD konkret für dich tun kann
Politische Lobbyarbeit
Der Verband sitzt mit am Tisch, wenn Gesetze gemacht werden, die dich betreffen:
- Statusfeststellungsverfahren
- Sozialversicherungsrecht
- Steuerrecht
- EU-Richtlinien (z.B. Plattformarbeit)
Beratung und Rechtsschutz
Mitglieder bekommen:
- Kostenlose Erstberatung bei rechtlichen Fragen
- Rechtsschutzversicherung speziell für Selbstständige
- Musterverträge und Checklisten
Community und Austausch
Du bist nicht allein:
- Regionale Treffen und Online-Events
- Erfahrungsaustausch mit anderen Freelancern
- Best Practices aus der Community
Warum IT-Freelancer eine starke Lobby brauchen
Die Politik denkt oft in den Kategorien "Arbeitnehmer" und "Arbeitgeber". Selbstständige fallen durchs Raster. Das führt zu:
- Ungerechtfertigten Sozialabgaben
- Bürokratischem Wahnsinn
- Rechtsunsicherheit
- Benachteiligung gegenüber Angestellten
Ohne Verbände wie den VGSD würde kein Politiker morgens aufwachen und denken: "Was kann ich heute für IT-Freelancer tun?"
"Die Themen sind oft noch etwas unterbelichtet und spielen noch zu wenig eine Rolle. Daran will ich mitwirken, dass das besser wird."
Jörns Motivation: Warum ihm das Herz für Selbstständige aufgeht
Jörn ist selbst den Weg in die Selbstständigkeit gegangen. Er kennt:
- Die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen
- Den Mut, der dazu gehört
- Die Unsicherheit, die damit einhergeht
- Die Herausforderungen im Umgang mit Behörden
Seine Familie ist unternehmerisch geprägt - besonders sein mittlerer Bruder hat ihn inspiriert. Diese persönliche Erfahrung kombiniert mit seinem politischen Insiderwissen macht ihn zum perfekten Anwalt für IT-Freelancer.
Die Rolle der BAGSV: Bundesweite Vernetzung
Als Generalsekretär der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV) vernetzt Jörn verschiedene Verbände bundesweit. Das bringt:
- Mehr politisches Gewicht
- Bessere Koordination
- Stärkere Stimme gegenüber der Bundesregierung
IT-Freelancer profitieren von dieser Bündelung der Kräfte.
Praktische Takeaways für IT-Freelancer
1. Kenne deine Rechte
Informier dich über:
- Statusfeststellung: Wann bist du wirklich selbstständig?
- Rentenversicherungspflicht: Betrifft dich das?
- KSK-Abgabepflicht: Musst du melden?
2. Vernetze dich
Verbände wie der VGSD bieten:
- Aktuelle Infos zu Gesetzesänderungen
- Austausch mit anderen Freelancern
- Rechtliche Unterstützung
3. Werde politisch aktiv
Du musst kein Politiker werden, aber:
- Schreib deinem Abgeordneten, wenn ein Gesetz dich betrifft
- Teile deine Erfahrungen mit Verbänden
- Unterstütze Initiativen für Selbstständige
4. Absichere dich richtig
Denk an:
- Rechtsschutzversicherung für Selbstständige
- Statusfeststellungsantrag bei Unsicherheit
- Dokumentation deiner Selbstständigkeit
Fazit: IT-Freelancer brauchen eine starke Stimme
Jörns Geschichte zeigt: Du kannst technisches Know-how, unternehmerische Erfahrung und politisches Engagement kombinieren. Der VGSD ist die Stimme für Selbstständige in Berlin - und du profitierst davon, auch wenn du nicht Mitglied bist.
Aber: Je mehr IT-Freelancer sich organisieren, desto stärker ist die Lobby. Überleg dir, ob eine Mitgliedschaft für dich Sinn macht.
Die Politik ändert sich nicht von selbst. Sie ändert sich, wenn Menschen wie Jörn dafür kämpfen - und wenn du als IT-Freelancer deine Stimme erhebst.



