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Vermittler & Direktkunden: Unabhängig als IT-Freelancer
Vermittler sind okay, aber mach dich nicht abhängig. So gewinnst du eigene Kunden und behältst die Kontrolle über dein Business.
Die wichtigsten Erkenntnisse
7 Kernpunkte aus diesem Video
Unabhängigkeit heißt nicht "nie wieder Vermittler", sondern "du kannst auch ohne sie Kunden gewinnen"
Gib die Verantwortung für Kundenakquise nicht komplett in fremde Hände – das ist dein Job als Selbstständiger
80% der Projekte über Vermittler ist bequem, aber gefährlich – baue parallel Direktkunden auf
Hybride Strategie ist der Schlüssel: Vermittler für Quick Wins, Direktkunden für langfristige Kontrolle
LinkedIn, Bestandskunden-Reaktivierung und gezieltes Networking sind die drei wichtigsten Direktkunden-Kanäle
Vermittler haben keine Bringschuld – du hast ihnen nichts bezahlt, also ist es deine Aufgabe, Alternativen aufzubauen
Klare Positionierung + regelmäßige Sichtbarkeit + Dranbleiben = Direktkunden, ohne Sales-Guru zu sein
Zusammenfassung
Vermittler halten IT-Freelancer klein – oder doch nicht?
Das Thema ist polarisierend. Auf LinkedIn habe ich bewusst provokant formuliert: "Vermittler halten IT-Freelancer klein". Die Reaktionen waren heftig – und genau das war der Punkt.
Das Gespräch mit einem Vermittler hat gezeigt: Wir sitzen eigentlich im selben Boot. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen "mit Vermittlern arbeiten" und "von Vermittlern abhängig sein".
Der springende Punkt: Abhängigkeit vs. Unabhängigkeit
Die Aussage "Arbeite nicht mit Vermittlern" ist bewusst provokant. Was ich wirklich meine:
Mach dich nicht abhängig.
Warum? Weil du einen der wichtigsten Bausteine deiner Selbstständigkeit in fremde Hände gibst: die Kundengewinnung.
Als Informatiker musste ich das auch erst verstehen. Du kannst Code im Schlaf schreiben, Architekturen designen, DevOps-Pipelines aufbauen – aber wenn du nicht selbst Kunden gewinnen kannst, bist du nicht wirklich selbstständig.
Was Unabhängigkeit bedeutet
Unabhängig sein heißt nicht, dass du nie wieder mit Vermittlern arbeitest. Es heißt:
- Du kannst ohne sie Kunden gewinnen
- Du bist nicht auf sie angewiesen
- Du hast die Wahl, mit wem du arbeitest
- Du behältst die Kontrolle über dein Business
Wir helfen ITlern genau dabei: unabhängig von Vermittlern zu werden. Und dann? Kannst du immer noch mit ihnen arbeiten. Wir haben sogar Partnerschaften mit Vermittlern.
Die Verantwortungsfalle
Hier wird es kritisch. Viele Freelancer sagen:
"Die Vermittler müssen mir halt gute Projekte bringen, sonst sind die schlecht."
Lass uns ehrlich sein: Die müssen erstmal gar nichts.
Warum?
- Du hast ihnen nichts bezahlt im Vorfeld
- Sie haben keine Bringschuld
- Es ist deine Aufgabe, Kunden zu gewinnen
- Du gehst einen Kompromiss ein (der Vor- und Nachteile hat)
Die Realität
Laut Umfragen laufen rund 80% der Aufträge vieler IT-Freelancer über Vermittler. Das ist bequem, aber gefährlich.
Was passiert, wenn:
- Der Vermittler pleite geht?
- Die Marktbedingungen sich ändern?
- Du plötzlich nicht mehr "gefragt" bist?
- Die Margen weiter sinken?
Du hast keine Kontrolle. Du bist abhängig.
Der richtige Weg: Hybride Strategie
Vermittler nutzen + Direktkunden aufbauen = Echte Unabhängigkeit
So sieht eine gesunde Verteilung aus:
Phase 1: Quick Start (Monate 1-6)
- Vermittler für schnelle Projekte nutzen
- Parallel an deiner Positionierung arbeiten
- Dein Profil schärfen (LinkedIn, Website, Portfolio)
- Erste Direktkontakte aufbauen
Phase 2: Balance (Monate 7-18)
- 60% Vermittler, 40% Direktkunden anstreben
- Netzwerk aktiv pflegen
- Regelmäßig Content teilen (LinkedIn, Fachforen)
- Empfehlungen systematisch nutzen
Phase 3: Kontrolle (Monat 19+)
- 30% Vermittler, 70% Direktkunden
- Vermittler für Spezialfälle oder Lückenfüller
- Eigene Preisgestaltung durchsetzen
- Planbare Pipeline aus Direktkontakten
Konkrete Wege zu Direktkunden
Hier sind die bewährten Kanäle:
1. LinkedIn (der wichtigste Kanal)
- Optimiertes Profil mit klarer Spezialisierung
- Regelmäßig posten (1-3x pro Woche)
- Kommentieren bei relevanten Themen
- Direktansprache von Entscheidern
2. Bestandskunden reaktivieren
- Liste aller bisherigen Kunden erstellen
- Follow-up nach Projektende
- Quartalsweise Check-ins
- Empfehlungen aktiv einholen
3. Netzwerk nutzen
- Meetups und Fachevents besuchen
- Community-Arbeit (GitHub, Stack Overflow)
- Vorträge halten (Webinare, Konferenzen)
- Podcast-Auftritte oder Gastbeiträge
4. Projektbörsen strategisch nutzen
- freelance.de, freelancermap, GULP
- Direktprojekte herausfiltern
- Mit Endkunden direkt in Kontakt treten
- Profil optimieren (Skills, Referenzen, Satz)
5. Kaltakquise (ja, wirklich)
- Gezielte Ansprache von Unternehmen
- Konkrete Pain Points identifizieren
- Lösungsansatz skizzieren
- Follow-up-System aufbauen
Was du NICHT tun solltest
- Alle Kanäle auf einmal starten (Fokus > Breite)
- Vermittler als Feinde sehen (sie sind ein Tool)
- Passiv warten, dass Kunden zu dir kommen
- Deine Verantwortung abgeben ("die müssen mir...")
- Generisch bleiben (klare Positionierung schlägt alles)
Die unbequeme Wahrheit
Vertrieb und Kundenakquise sind nicht optional. Als Entwickler, DevOps-Engineer oder IT-Consultant denkst du vielleicht:
"Ich will coden, nicht verkaufen."
Das Ding ist: Wenn du selbstständig bist, bist du auch Unternehmer. Und Unternehmer müssen verkaufen können.
Die gute Nachricht? Du musst kein Sales-Guru werden. Du musst nur:
- Sichtbar sein
- Klar kommunizieren, was du kannst
- Vertrauen aufbauen
- Dranbleiben
Das sind Skills, die du lernen kannst – genau wie du programmieren gelernt hast.
Vermittler richtig nutzen
Vermittler sind nicht der Feind. Sie sind ein Werkzeug. Nutze sie richtig:
Wann Vermittler Sinn machen:
- Du brauchst schnell ein Projekt
- Du willst in eine neue Branche reinschnuppern
- Du hast eine Projektlücke zu füllen
- Du willst Erfahrung sammeln (Junior-Phase)
Wann du vorsichtig sein solltest:
- Wenn 100% deiner Projekte über sie laufen
- Wenn du nie direkte Kundenkontakte hast
- Wenn du deine Preise nicht selbst verhandeln kannst
- Wenn du keine Ahnung hast, wie Direktakquise geht
Action Plan: Die ersten 30 Tage
So startest du in die Unabhängigkeit:
Woche 1: Bestandsaufnahme
- Liste alle bisherigen Projekte auf
- Wie viel Prozent kamen über Vermittler?
- Welche Direktkontakte hast du bereits?
- Wie viele Anfragen bekommst du organisch?
Woche 2: Positionierung
- Definiere deine Spezialisierung klar
- Identifiziere deine Zielkunden
- Formuliere dein Angebot konkret
- Überarbeite LinkedIn-Profil und Website
Woche 3: Sichtbarkeit
- Erstelle Content-Plan (LinkedIn)
- Reaktiviere 10 alte Kontakte
- Tritt 3 relevanten Communities bei
- Kommentiere täglich bei 5 Posts
Woche 4: Outreach
- Liste 20 potenzielle Direktkunden
- Schreibe 10 personalisierte Nachrichten
- Führe 3 Telefonate/Calls
- Dokumentiere Learnings
Das Ziel
Du willst an den Punkt kommen, wo du wählen kannst:
- Mit welchen Vermittlern arbeitest du?
- Welche Direktkunden willst du?
- Welche Projekte nimmst du an?
- Welchen Satz verlangst du?
Das ist echte Selbstständigkeit. Das ist Unabhängigkeit.
Vermittler sind ein Teil des Spiels – aber sie dürfen nicht das ganze Spiel sein.



